Platzt die Immobilienblase? Und wenn ja, wann und wie?

Laut Manager-Magazin gibt es jetzt sogar schon in Essen eine Immobilienblase. Oder dehnt sich die Düsseldorfer Blase einfach immer weiter aus? Und wann platzt sie? Oder gibt es vielleicht gar keine?

 

Beharrlich bestreiten selbst ein paar intelligente Menschen die Existenz einer Immobilienblase in unserer schönen Landeshauptstadt Düsseldorf. Immer wieder kommt als Argument, dass New York, Rio, Tokyo und natürlich auch London und Paris doch viel teurer seien. Das ist einerseits richtig, aber andererseits muss auch ich als lebenslanger Anhänger dieser Stadt einräumen, dass Düsseldorf eben auch nicht New York oder Paris ist (Berlin ist meiner Meinung nach übrigens auch keine dieser Städte). 

 

Wenn ich 10 Euro für eine Cola verlange ist sie eben auch dann zu teuer, wenn ich sage, dass sie in Zürich bestimmt noch mehr kosten würde. So ähnlich verhält es sich mittlerweile mit immer mehr Immobilien in Düsseldorf, die immer weniger zu ihren Angebotspreisen passen. Denn die Menschen haben in der breiten Masse eben nicht doppelt so viel Geld wie vor 10 Jahren. Und so wird eine 4-Zimmer-Wohnung in meiner Heimatstadt mittlerweile selbst für Menschen, die sich so eine Bleibe in der jüngeren und älteren Vergangenheit hätten kaufen (oder mieten) können, einfach unerschwinglich.

 

Die ziehen dann weg ins Umland, wo sie noch (etwas) mehr für ihr Geld bekommen. Gleichzeitig kommen immer mehr Menschen in die Stadt, die sich das aktuelle Preisniveau tendenziell noch weniger leisten können. Auch die Banken werden, selbst wenn die Zinsen nicht steigen, nach und nach die Beleihungswerte für überteuerte Immobilien nach unten korrigieren. Die entstehende Lücke müssten Käufer dann durch höheres Eigenkapital ausgleichen. Werden das in Zukunft noch viele stemmen können? 

 

Die Blase könnte natürlich irgendwann in einem riesigen Knall platzen. Doch dazu ist die Attraktivität Düsseldorfs zu hoch.

Sie wird wahrscheinlich stattdessen immer mal wieder etwas Luft ablassen.

 

Helfen würde auf jeden Fall, wenn Eigentümer zu realistischeren Einschätzungen des Wertes ihrer Immobilie kommen würden. Denn bloß weil der Nachbar (angeblich) ein Vermögen für sein vor dreißig Jahren saniertes Reihenhaus in Eller bekommen hat und "die Leute im Moment doch jeden Preis bezahlen" stimmt das eben längst nicht mehr. Und eine zu ambitioniert eingepreiste Immobilie verkauft sich mittlerweile nicht mehr einfach so und kann für den Verkäufer zur quälenden Hängepartie werden. 

 

Hier tragen aber auch wir Makler oft genug Mitschuld, indem einige Kollegen den Eigentümern mit Mondpreisen lange Zähne machen, um den Vermarktungs-Auftrag gegen einen Konkurrenten zu gewinnen, der realistischer bewertet hat. Das führt meist allerdings nur zu Ernüchterung auf allen Seiten und pustet noch mehr Luft in die Blase.

 

Hier kommen Sie zum Artikel aus dem Manager-Magazin vom 4.2.2019